Winterzeit - Infektionszeit. Wohl dem, der im Sommer ausreichend Sonnenschein-Vitamin getankt hat

12.12.2013 12:31:00 von Leopold Bergmann

Ausreichende Versorgung mit Sonnenschein-Vitamin schützt vor ansteckender Lungenentzündung
Wenn die Sonne fehlt: Infektionsgefahr - Foto: fotolia.com

Sonne und ausreichend Vitamin D schützen vor bakteriellen und viralen Infektionen. Wenn im Winter die im Fettgewebe des Körpers eingelagerten Vorräte an "Sonnenschein-Vitamin" kleiner werden, steigt das Infektionsrisiko. Für viele Erkrankungen der Atemwege hat sich schon in den vergangenen Jahren gezeigt, dass ein Vitamin D-Mangel das Erkrankungsrisiko deutlich erhöht.

Jetzt zeigen zwei repräsentative Studien aus den USA und Finnland, dass diese Beobachtung auch für die ansteckende Lungenentzündung gilt.

Die Forscher von der Harvard Universität nutzten die Daten von Patienten aus einer der größten US-Studien (NHANES) und verglichen die Häufigkeit von Lugenentzündungen bei Teilnehmern mit niedrigem und hohem Vitamin D-Spiegel (25(OH)D).

Es stellte sich heraus, dass das Risiko, eine ansteckende Lungenentzündung zu bekommen, bei den Teilnehmern mit einem geringeren Wert als 30 ng/ml (<75 nmol/l, der häufig zitierte Grenzwert für einen gesunde Vitamin D-Versorgung) um 56 Prozent höher lag, als bei den Teilnehmern oberhalb dieses Grenzwerts. Dieses Risiko stieg auf über 200 Prozent bei Patienten mit einem Vitamin D-Wert unter 10 ng/ml.

Studienleiter Prof. Sadeq Quraishi von der Harvard Universität fasst zusammen: "Wir konnten zeigen dass ein Vitamin D-Spiegel unterhalb der 30ng/ml-Marke das Risiko signifikant erhöht, an einer ansteckenden Lungeentzündung zu erkranken. Während andere Studien bereits über die schützende Rolle von Vitamin D bei anderen Atemwegserkrankungen geforscht haben, ist es uns gelungen nachzuweisen, dass die Behandlung mit Vitamin D ein neuartiger Ansatz für die Prävention von Lungenentzündungen sein könnte."

Ähnlich die finnische Studie: Hier waren in den Jahren 1998 bis 2001 fast 1.500 Teilnehmer im Alter zwischen 53 und 73 Jahren auf ihren Vitamin D-Spiegel getestet worden. In den darauf folgenden 10 Jahren wurden 73 Personen aus dieser Gruppe im Krankenhaus mit Lungenentzündung behandelt.  Auch hier zeigte sich, dass das Risiko einer Erkrankung bei unzureichend mit Vitamin D versorgten Teilnehmern um voll zweieinhalb (2,5) Mal höher lag als bei Teilnehmern mit ausreichendem Vitamin D-Spiegel.

Quelle: Vitamin D-Council

Studien:
Quraishi, S et al., Vitamin D Status and Community-Acquired Pneumonia: Results from the Third National Health and Nutrition Examination Survey. PloS one, Novwember 2013, online vorab veröffentlicht

A. Aregbesola et al., Serum 25-hydroxyvitamin D3 of pneumonia in an aging general population, Journal of Epidemiology & Community Health, 2013, 67:533-536

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