Warum Pflanzen keine Sonnencreme brauchen

29.07.2014 14:32:00 von Leopold Bergmann

Pflanzen haben einen eingebauten Sonnenschutz
Sonnenschutz nach Art der Pflanzen - Foto: kallejipp5-photocase.jpg

Genau wie die Menschen könnten auch die Pflanzen ohne Sonne nicht existieren. Und genau wie beim Menschen kann es auch schon mal zu viel Sonne werden. Der Mensch weicht in den Schatten aus oder benutzt Sonnenschutzmittel. Der Pflanze steht beides nicht zur Verfügung. Stattdessen hat sie sich eine Art "Sonnenenergie-Ableiter" geschaffen, der hier bei scinexx.de im Detail erläutert wird:

In einer Art chemischem Kraftwerk, das durch die Sonnenstrahlen betrieben wird, wandelt der grüne Pflanzenfarbstoff Chlorophyll in den Blättern mit der Energie der Strahlen das vorhandene Kohlendioxid und Wasser zunächst in Traubenzucker und dann in einem weitern Schritt in andere Kohlenhydrate wie Stärke und Zellulose um. Gleichzeitig wird in diesem Kraftwerk auch der Sauerstoff produziert, den auch die Menschen ständig zum Leben brauchen.

Was aber passiert nun, wenn die Sonne nicht nur das bisschen Licht spendet, das die Pflanze zu dieser Höchstleistung auflaufen lässt, sondern ein tausenfacher "Überschuss" an Sonnenenergie mit den Sonnenstrahlen auf die Blätter trifft und die Pflanze zu verbrennen droht?

Hier kommt eine weitere Farbsubstanz ins Spiel, diesmal nicht grün, wie das Chlorophyll, sondern orange wie eine Karotte (daher der Name "Karotinoide" für diese Farbmoleküle). Das grüne Chlorophyll schließt sich zunächst mit dem Karotin zusammen und reicht nun die überschüssige und gefährliche Sonnenenergie einfach an die Karotinoide weiter, die über die Fähigkeit verfügen, Enerige in Wärme umzuwandeln und einfach in die Umwelt abzuleiten. Und schon ist die Sonnenenergie auf das optimale Maß für das Überleben der Pflanze zurückgefahren, das Gleichgewicht wieder hergestellt.

Wie schön wäre es, wenn die Natur dem Menschen ein ähnlich effizientes System zur optimalen Sonnenversorgung eingebaut hätte, lediglich die Kosmetikindustrie hätte darunter zu leiden.

Quelle: scinexx.de

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