Regelmäßiges Sonnen in der Kindheit und im Beruf schützt vor dem "schwarzen" Hautkrebs

07.08.2014 16:42:00 von Leopold Bergmann

Regelmäßiges Sonnen schützt vor schwarzem Hautkrebs
Viel Sonne von Kindheit an - Foto; fotolia.com

Jetzt belegt auch eine breit angelegte deutsche Studie: Regelmäßiges aber mäßige Sonnen führt nicht, wie in den Medien regelmäßig behauptet, langfristig zur Bildung des gefährlichen "schwarzen Hautkrebses" (Melanom), sondern schützt ganz im Gegenteil vor dem Melanom. Anders liegen die Dinge beim "weissen Hautkrebs", insbesondere dem am häufigsten auftretenden Basaliom, der im Gegensatz zum Melanom fast immer heilbar ist.

Wissenschaftler von den Universitäten Dresden und Ulm verglichen die Risikofaktoren, die mit dem "schwarzen" und dem "weissen" Hautkrebs verbunden sind. Wie schon in früheren internationalen Untersuchungen stellte sich heraus, dass überwiegend unterschiedliche Faktoren für beide Krebsarten verantwortlich sind. Kein Wunder, da beide Krebsarten von ihrer Entstehung und ihren Erscheinungsformen wenig miteinander zu tun haben.

In anderen Worten: Menschen, die sich regelmäßig im Freien und an der Sonne aufhalten, sind besser vor dem gefährlichen Melanom geschützt als Menschen, die sich häuptsächlich in geschlossenen Räumen aufhalten und nur "ruckartig", vor allem im Urlaub, ihren Sonnenhunger im Übermaß stillen.

Unverantwortliche Gleichsetzung von Risikofaktoren für "schwarzen" und "weissen" Hautkrebs

Die jährlichen Kampagnen mit düsteren Warnungen vor den Sonnenstrahlen, vor allem den natürlichen und künstlichen UV-Strahlen der Sonne, gewinnen ja gerade ihre "Horrorwirkung" durch den simplen Trick, alle Hautkrebsarten und andere Hautveränderungen in einen Topf zu werfen und dadurch eine Art Massenepidemie zu suggerieren. Die aktuelle Dresdener und Ulmer Studie sollte dieser Falschdarstellung künftig einen Riegel vorschieben.

Die Wissenschaftler hatten mehr als 800 Studienteilnehmer mit und ohne "weissen" oder "schwarzen" Hautkrebs nach ihren Lebensgewohnheiten, dem beruflichen oder Freizeit-Aufenthalt an der Sonne, auch in der Kindheit, gefragt und auf verschiedene Hautveränderungen hin untersucht, die als Hautkrebsvorläufer verdächtigt werden.

Dabei stellte sich heraus, dass das Basaliom von ganz überwiegend völlig anderen Risikofaktoren beeinflusst wurde als das Melanom. So erhöhte zum Beispiel der Aufenthalt in den Bergen oder Sonnenbrände in der Kindheit, chronische Sonneneinstrahlung etwa bei Berufen im Freien, Landwirt oder Bauarbeiter, und bestimmte Hautveränderungen das Risiko an einem Basaliom zu erkranken. Dagegen verminderte gerade viel regelmäßige Sonne von Kindheit an oder ein "sonnenhaltiger" Beruf das Melanom-Risiko. Gemeinsame Risikofaktoren sind nach dieser Studie vor allem der helle Hauttyp (mit blonden oder roten Haaren), nur gelegentliches und unvorbereitetes Sonnen und bestimmte Hauterkrankungen.

Eine abschließende Erklärung für die schützende Wirkung regelmäßiger Besonnung vor dem Melanom konnten die Forscher (noch) nicht geben.

Quelle: Ärztezeitung

Studie: P. Kaskel et al., Ultraviolet exposure and risk of melanoma and basal cell carcinoma in Ulm and Dresden, Germany, Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, 2014, online vorab veröffentlicht

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