Mehr Sonne für Schwangere

09.04.2013 19:44:00 von Michael Neidhardt

Mehr Sonne für Schwangere
Foto: pukall

Ein Mangel an „Sonnenvitamin“ D während der Schwangerschaft kann zu schweren Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen führen. Eine aktuelle Studie bestätigt den Zusammenhang von Vitamin D-Defizit und Präemklampsie, einem komplexen Krankheitsbild mit Bluthochdruck, Ödemen und anderen Erscheinungen, das im Extremfall Fehlgeburten und Problemen bei der Geburt selbst auslöst. In Deutschland tritt die Präemklampsie bei 5-7 Prozent aller Schwangerschaften auf.

Die Forscher von der Universität von South Carolina untersuchten 40 schwangere Frauen mit einer Präeklampsie und 40 gesunde Frauen auf ihre Versorgung mit Vitamin D (25 OH D3). Beide Gruppen waren vergleichbar nach Alter, Rasse, sozialem Status, BMI und anderen Merkmalen.

Es stellte sich heraus, dass die Schwangeren mit Präeklampsia an einem erheblichen Vitamin D-Mangel litten, anders als die Frauen der Kontrollgruppe. Dieser Mangel bedeutete ein um 14 Prozent erhöhtes Risiko, an einer schweren Präeklampsie zu erkranken.

Sonne für die Mütter hilft Vitamin D-Mangel bei Babys verhindern

Muttermilch enthält alle für das Baby wichtigen Bestandteile in ausreichendem un ausgewogenen Maße. Eine Ausnahme: Vitamin D, das Sonnenschein-Vitamin.

Bisher war die Forschung davon ausgegangen, dass die Versorgung des Säuglings nur zu etwa 20 Prozent über die Muttermilch erfolgt. Damit wäre ein Vitamin D-Mangel der Mutter zwar bedenklich, aber von geringerer Bedeutung. Eine neue Studie weist nun nach, dass der Säugling weit stärker auf den Vitamin D-Gehalt der Muttermilch angewiesen ist, nämlich zu annähernd 60 Prozent. Ein Defizit bei der Mutter hätte also eine bedrohliche Dimension nicht nur für die Knochen- (Rachitis) und die Gehirn-Entwicklung des Babys, sondern für die Abwehr etlicher Volkskrankheiten, die sich im Gefolge eines chronischen Vitamin D-Mangels über die Jahre einstellen könnte.

"Die Bedeutung eines Vitamin D-Mangels der Mütter für die Versorgung ihrer Babys mit dem Sonnenschein-Hormon ist wesentlich größer, als wir vermutet haben," so  Declan Professor Naughton, Studienleiter an der Aristoteles Universität von Thessaloniki. "Ausreichende Versorgung mit Vitamin D während der Schwnagerschaft ist daher von lebenswichtiger Bedeutung für die langrifstige Gesundheit für beide, Mutter und Kind."

Wieweit die Sonne allein in der Lage ist, den Vitamin D-Spiegel im Blut der Mutter in ausreichnder Höhe zu halten, hängt natürlich ganz wesentlich von den Lebensgewohnheiten der Mutter selbst ab. Die Wissenschaftler raten, neben ausreichendem Aufenthalt an der Sonne - größere Hitzeentwicklung sollte dabei allerdings vermieden werden - oder im Solarium auch auf eine Diät mit den wenigen Vitamin D-haltigen Nahrungmitteln zu achten, wie vor allem fetten Fisch.

Quelle: PubMed

Studien
Christopher J. Robinson et al., Association of Maternal Vitamin D and Placenta Growth Factor with the Diagnosis of Early Onset Severe Preeclampsia, American Journal of Perinatology, April 2013; 30(03): 167-172

Spyridon N Karras et al., An observational study reveals that neonatal vitamin D is primarily determined by maternal contributions: implications of a new assay on the roles of vitamin D forms. Nutrition Journal, 2013; 12 (1): 77

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