Ein Platz an der Sonne für`s Immunsystem: Neues zu Sonne und MS

05.02.2014 15:48:00 von Leopold Bergmann

Aufenthalt an der Sonne verringert das MS-Risiko
Sonne schützt auch vor Multipler Sklrose - Foto: fotolia.de

Wo die Sonne häufiger und intensiver scheint - so etwa in Italien im Vergleich zu Norwegen - und wenn die Menschen sich häufiger und länger an der Sonne aufhalten, läuft das Immunsystem seltener aus dem Ruder. Autoimmunerkrankungen kommen seltener vor und verlaufen milder. So auch bei der Multiplen Sklerose.

Das konnten jetzt Forscher aus sechs europäischen Ländern in einer Studie mit 4.700 Teilnehmern aus Italien und Norwegen nachweisen.Das sonnige Italien im Vergleich mit dem kühlen, sonnenärmeren Norden; Norwegen.

Weniger MS-Fälle in sonnigen Regionen

Tatsächlich sind die Fallzahlen bei der Multiplen Sklerose (MS) in Italien niedriger als in Norwegen: 116 Fälle pro 100.000 Einwohner im Land am Mittelmeer verglichen mit 160 Fälle in Norwegen im vergangenen Jahr.

Wichtiger aber für die Frage, ob und in welchem Ausmaß die Sonne die Entstehung und Entwicklung von MS beeinflusst, mussten die Forscher die Aufenthaltsdauer der Menschen an der Sonne und die Intensität der Sonnenstrahlen zu messen versuchen. Die Studienteilnehmer wurden also nach Art und Dauer ihrer Tätigkeit im Freien und an der Sonne befragt, nach ihren Ferienaufenthalten in südlichen Ländern, nach ihre Gewohnheiten in Bezug auf den Sonnenschutz, ihrem Hauttyp etc.

Geringeres MS-Risiko durch mehr Aufenthalt an der Sonne - vor allem in jungen Jahren

Wie erwartet zeigten sich erheblich Unterschiede beim Umgang mit der Sonne zwischen den an MS erkrankten und den gesunden Teilnehmern. In beiden Ländern erkrankten die Menschen mit einer geringen "Sonnen-Nutzung" wesentlich häufiger an MS als Menschen mit häufigerem und längerem Aufenthalt an der Sonne. Das galt besonder für die jüngeren Altergruppen - in Norwegen für die 13-18jährigen in Italien für die Kleinkinder zwischen 0 und 5 Jahren.

Bemerkenswert auch die Rolle der Sonnenschutzmittel. Regelmäßige Nutzung von Sonnencremes in jungen Jahren ging in Norwegen einher mit einem höheren MS-Risiko.

"In unserer großen fallkontrollierten Studie zeigte sich ein erhöhtes MS-Risiko sowohl im Verhältnis zum Aufenthalt im Freien wie auch zum Gebrauch von Sonnenschutzmitteln," so das Fazit der Wissenschaftler. "Alle unsere Messungen deuten darauf hin, dass ein zuz geringer Sonnen-Aufenthalt, vor allem im Kindes- und Jugendalter, das MS-Risiko im späteren Leben steigert."

Quelle: Alphgalileo

Studie: Bjørnevik, K. et al. Sun exposure and multiple sclerosis risk in Norway and Italy: The EnvIMS study. Multiple Sclerosis, Januar 2014, online vorab veröffentlicht

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