Die Frühlingssonne lacht im Fernsehen ...

20.03.2014 16:43:00 von Leopold Bergmann

An die Frühlingssonne - mit oder ohne Sonnenschutz? Vitamin D-Mangel droht
Sonnenschutz blockiert die Vitamin D-Bildung

Der Frühling kommt mit ersten wärmenden Sonnenstrahlen, wie jedes Jahr begleitet von den Warnrufen der Dermatologen. Aber anders als in früheren Jahren scheinen die Medien in diesem Jahr das Thema Sonne, ja sogar das Thema Sonnenbank, ausgewogener abhandeln zu wollen.

Hier zwei Beispiele aus den vergangenen Tagen.

In der WDR-Ratgebersendung "markt" wird die Frage gestellt: Was passiert, wenn die Menschen dem alljährlich im Frühjahr ständig wiederholten Rat einiger Dermatologen folgen und sich beim ersten warmen Sonnenschein sofort und mit hohem Lichtschutzfaktor eincremen? Die Antwort der Sendung: Dann können die Sonnenstrahlen das gerade jetzt am dringendsten (am Ende des "Vitamin D-Winters" ist der Vitamin D-Spiegel im Blut am niedrigsten) benötigte Vitamin D3 nicht in der Haut bilden. In der Sendung plädiert der bekannte Vitamin D-Forscher und selbst Dermatologe, Prof. Dr. Jörg Reichrath, für eine kluge Balance aus Sonne pur für die Vitamin D-Versorgung und Sonnenschutz zur Verhinderung von Hautschäden.

Nicht ausreichend erläutert wird in der - kurzen - Sendung die Tatsache, dass jetzt, in der zweiten März-Hälfte, erst wenig der UVB-Strahlen die Erde erreichen, die für die Vitamin D-Bildung notwendig sind. Entsprechend länger müsste der ungeschützte Aufenthalt an der Frühlingssonne sein, wenn der gewünschte Effekt eintreten soll. Die in der Sendung genannten Besonnungs-Zeiten gelten für die Sommersonne, nicht für die wesentlich schwächere, da viel schräger einstrahlende, Sonne im März.

Die Menschen im Norden leiden eher unter dem Mangel an "Sonnenschein-Vitamin D"

Die Folgen des Sonnenmangels behandelt auch die Gesundheitssendung "Visite" des NDR, in der Experten den Zusammenhang zwischen Sonnen- und Vitamin D-Mangel anschaulich erläutern. Anlass der Sendung war eine Studie am Universitätsklinikum Hamburg, in der 80 Prozent der Norddeutschen ein Vitamin D-Defizit bescheinigt wurde. Dass dies nicht nur überwiegend - wie in früheren Studien festgestellt - ältere Menschen und andere Problemgruppen betraf, sondern auch die Jugendlichen, wird besonders hervorgehoben.

Vor allem die Folgen eines Vitamin D-Mangels für die Knochenbildung und -stabilität wird in der Sendung an Beispielen demonstriert. Auch bei Patienten, die noch keinerlei Symptome spürten, ließ sich bei einem Mangel an Vitamin D eine Aufweichung der Knochen, eine Osteomalazie, nachweisen. Osteoporose tritt in Deutschland bei 26 Prozent der Bevölkerung auf als Folge von Vitamin D- und Kalzium-Mangel - auch bei Jüngeren.

WDR: Sonnencreme - Dilemma : Hautkrebsschutz versus Vitamin-D-Mangel?

NDR: Norddeutsche haben Vitamin-D-Mangel

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