Wer nicht sonnt stirbt früher

18.06.2014 16:23:00 von Leopold Bergmann

Vitamin D erhöht Überlebenschancen bei Krebs, Herz-Kreislauf- und anderen Erkrankungen

Überlebenschancen bei Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigen mit optimaler Vitamin D-Versorgung
Sonnenschein-Vitamin erhöht die Überlebenschancen nicht nur bei Brustkrebs - Foto: fotolia.com

Wer sonnt lebt länger - die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien häufen sich (bei Sonnenexperten hier, hier, hier und hier). Jetzt auch aus deutschen Forschungsinstituten: Das Deutsche Krebsforschungszentrum legt in diesen Tagen - in Zusammenarbeit mit renommierten europäischen und US-Instituten - gleich zwei umfassende Meta-Studien mit 26.000 Teilnehmern über einen Zeitraum von 16 Jahren zu diesem Thema vor.

Das Ergebnis: Das Sterberisiko insgesamt - durch welche Ursache auch immer - erhöht sich um 57 Prozent für Menschen mit einem zu niedrigen Vitamin D-Spiegel (unterstes Fünftel der Teilnehmer bei der Vitamin D-Bestimmung) gegenüber den optimal Versorgten (oberstes Fünftel).

In der zweiten Meta-Studie kommen die Forscher zu ähnlichen Ergebnissen für die Überlebenschancen bei Patienten mit Darm- oder Brustkrebs.

Die Heidelberger Wissenschaftler empfehlen daher, im Sommer "wohldosiert" Sonne zu tanken - am besten in Verbindung mit Sport und Bewegung im Freien. Auf diese Weise könnten die Vitamin D-Speicher auch für den Vitamin D-Winter (Oktober bis März) gefüllt werden.

Anders als bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei denen das höhere Sterblichkeitrisiko für die Teilnehmer mit niedrigen Vitamin D-Werten gleich blieb, egal ob sie vor Beginn oder während der Studie erkrankten, hatten bei den Krebserkrankungen nur die Teilnehmer das höhere Sterberisiko, die schon beim Start der Studie erkrankt waren.

Vermutung des Studienautors Dr. Ben Schöttker vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg: "Das bedeutet, dass Vitamin D-Mangel vermutlich keinen Einfluss auf die Krebs-Entstehung hat, sondern sich ungünstig auf den Verlauf der Krebserkrankung auswirken könnte."

Wie auch schon bei früheren Studien dämpfen die Forscher ihre Schlussfolgerungen mit dem Hinweis, dass andere Gründe für den Zusammenhang von Sterblichkeit und Vitamin D-Versorgung nicht völlig ausgeschlossen werden könnten und dass der Vitamin D-Mangel auch eine Folge der Erkrankungen und nicht (nur) die Ursache für den tödlichen Verlauf der Krankheit sein könnte. Derzeit laufende , umfassende klinische Studien müssten vor einem endgültigen Urteil abgewartet werden.

Quelle: Pressemitteilung des DKFZ

Studien:
Ben Schöttker et al., Vitamin D and mortality: Meta-analysis of individual participant data from a large consortium of cohort studies from Europe an the Unites States, British Medical Journal, 17. Juni 2014, online vorab veröffentlicht

H. Maalmi et al., Serum 25-hydroxyvitamin D levels and survival in colorectal and breast cancer patients: Systematic review and meta-analysis of prospective cohort studies, European Journal of Cancer, 2014, 348:g3656

 

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