Sonne macht schlank

04.08.2013 16:17:00 von Leopold Bergmann

Sonne und Vitamin D machen schlank

Das Sonnenschein-Vitamin D setzt gleich an verschiedenen Stellen im Körper an: Vitamin D Mangel bremst offensichtlich die Ausschüttung des Hormons Leptin. Dieses Hormon signalisiert dem Körper, wenn er genügend Fett aufgenommen hat. Fehlt das Leptin ist die “Fett-Fress-Bremse” gelockert, Übergewicht droht. Gleichzeitig steuert Vitamin D die Einlagerung von Fett in das Muskelgewebe.

Mit der Sonne auf Umwegen zum Idealgewicht

Die Einlagerung und das “Management” von Fett im menschlichen Körper ist ein komplizierter Prozess. Ein Hormon mit der Bezeichnung “Adiponektin” spielt dabei eine wichtige Rolle. Da das Adiponektin die Wirsamkeit des Insulins fördert, erhöht ein zu niedriger Adiponektin-Pegel im Blut die Gefahr einer Diabetes-Erkrankung. Zusammen mit weiteren Hormonen, wie  dem “Leptin“,  reguliert das Adiponektin auch das Hungergefühl. Übergewichtige Meschen haben regelmäßig einen zu niedrigen Adponektin-Status. Verkürzt gesagt also haben Menschen mit ausreichend Adiponektin eine deutlich bessere Chance, schneller satt zu werden und daher schlank zu bleiben, als Menschen mit Adiponektin-Mangel.

Dieses Adiponektin aber ist nun seinerseits wieder abhängig von einem ausreichenden Vitamin D-Spiegel im Blut. Das hat jetzt eine Forschergruppe an der Harvard Medical School, USA, nachgewiesen. Mit den Daten von 1.206 Frauen aus der Nurses’ Health I Studie und 439 Männer aus der Health Professionals Follow-Up Studie wurde der Zusammenhang von Adiponektin- und Vitamin D-Werten (25 (OH)D) analysiert mit dem eindeutigen Ergebnis, dass je höher der Vitamin D-Spiegel im Blut desto höher die Adiponektin-Werte.

Das Ergebnis, so die Autoren, ist umso wichtiger, als ein Mangel an Sonnenschein-Vitamin D und Adponektin nicht nur zu Übergewicht oder gar Fettleibigkeit beiträgt, sondern auch zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt, der in Deutschland mit Abstand häufigsten Todesursache.

(Studie: A.Vaidya et al., Obesity 2011)

Sonne macht heiter und (!) schlank

Auf dem gleichen Wege, auf dem die Sonne für ein heiteres Gemüt sorgt (s. "Sonne macht fröhlich"), bringt sie auch das Körperfett zum abschmelzen. Sowohl durch den Lichteinfall im menschlichen Auge als auch durch die Vitamin D-Bildung über die Haut durch die UVB-Strahlen der Sonne wird die Serotonin-("Glückshormon-") und Adrenalin-Produktion im Hirn angekurbelt. Serotonin wiederum ist bekannt für seine "abspeckende" Wirkung bei Mensch und Tier.

Das geht sogar soweit, dass mit einer gesteigerten Serotonin/Adrenalin-Produktion oder -Zufuhr ein "Abnehmen trotz mehr Essen" möglich ist. Zumindest haben Forscher des Scripps Research Institute (TSRI), in den Sonnenstaaten Kalifornien und Florida diese Tatsache in ihren Laborversuchen bestätigen können.

(Bericht in AlphaGalileo, 2013)

Mit dem Sonnenschein-Vitamin gelingt das Abspecken besser

Wer abnehmen und schlank werden will, sollte – neben vernünftiger Diät – auf die Sonne setzen. Je besser die Versorgung mit dem “Sonnenschein Vitamin” D3, umso größer ist die Chance, tatsächlich die überflüssigen Pfunde zu verlieren.

Das zumindest berichteten Forscher der University of Minnesota beim 91. Jahreskongress der Endocrine Society in Washington, D.C., USA.

Es ist bekannt, dass Vitamin D-Mangel mit Übergewicht in Verbindung steht, aber bisher war nicht klar, ob der Mangel das Übergesicht verursacht oder umgekehrt“, so die Forschungsleiterin, Prof. Shalamar Sibley.

In der Studie untersuchten die Wissenschaftler, ob der Vitamin D-Spiegel im Blut bei Beginn und am Ende einer Diät einen Einfluss auf den Erfolg hatte. 38 übergewichtige Frauen und Männer wurden bei ihrer Diät über 11 Wochen beobachtet und sowohl der Vitamin D-Spiegel im Blut als auch die Fettverteilung im Körper gemessen.

Und in der Tat:  Es zeigte sich eine direkte Verbindung von Vitamin D und Gewichtsabnahme. Jedes zusätzliche Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) Vitamin D-Serum im Blut führte zu einem zusätzlichen Gewichtsverlust von knapp 200 Gramm. Darüber hinaus hatte das zusätzliche Vitamin D auch wesentlichen Einfluss auf die Verteilung der Fettposlster am Körper:  Das Bauchfett, gemeinhin als das gesundheitsgefährdenste Körperfett gilt, nahm überproportional ab.

(Studie in Annals of Internal Medicine, 2009)

Schneller beim Wunschgewicht

Ähnlich eine deutsch-israelische Studie. unterstützt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG):

Die Forscher beobachteten 126 zufällig ausgewählte Probanden über einen Zeitraum von sechs Monaten bei ihren Bemühungen um eine schlankere Linie. Beim Start der Studie hatten die stärker Übergewichtigen einen deutlich niedrigeren Vitamin D-Spiegel als die Teilnehmer mit einem etwas moderateren Body Mass Index (BMI).

Nach einem halben Jahr hatte das Drittel der Teilnehmer mit dem höchsten Vitamin D-Spiel im Blut deutlich mehr Pfunde verloren (- 5,6 kg) als die Teilnehmer im mittleren (-3, 8 kg) und die im unteren Drittel (-3,1 kg). 

(Studie erschienen in American Journal of Clinical Nutrition, 2010)

Frauen mit mehr Aufenthalt an der Sonne sind schlanker als Sonnenmuffel

So in etwa könnte man das Ergebnis einer Studie aus Großbritannien deuten, die einen deutlichen Zusammenhang zwischen Übergewicht und dem “Sonnenschein-Vitamin” D herstellt. Frauen mit deutlichem Übergewicht in und nach den Wechseljahren litten danach sehr viel häufiger als Normalgewichtige an einem eklatanten Vitamin D-Mangel mit stark erhöhtem Osteoporose-Risiko.

Die Forscher untersuchten mehr als 3.000 Frauen in Großbritannien nach ihrem Vitamin D-Spiegel im Blut, ihren Ernährungs- und Lebensgewohnheiten, ihrem Aufenthalt an der Sonne oder im Solarium und Aufenthalten in südlichen Ländern und Regionen.  Die Gruppe der Frauen mit dem häufigsten und intensivsten Aufenthalt an der Sonne oder im Solarium hatten den höchsten Vitamin D-Spiegel im Blut und die gesundeste Knochenstruktur (geringstes Osteoporose-Risiko).

Die Probandinnen mit dem höchsten Übergewicht (BMI) wiesen den niedrigsten Vitamin D-Spiegel auf – auch dann noch, wenn viele andere Faktoren wie Rauchen, körperliche Bewegung, sozio-ökonomischer Status etc. berücksichtigt wurden.

Dr. Helen Macdonald, Leiterin der Forschungsgruppe an der University of Aberdeen und dem Royal Liverpool University Hospital, warnt allerdings vor voreiligen Schlüssen. Ob das Überwicht tatsächlich durch den Vitamin D-Mangel verursacht wird oder ob umgekehrt die Fettpolster den Vitamin D-Mangel bedingen (das Vitamin D lagert sich im Fettgewebe ab, wird dort also sozusagen für schlechte Zeiten gespeichert), ist ungewiss.

(Studie erscheinen in Bone, 2008)

Kinder mit wenig Sonnenschein-Vitamin entwickeln eher Übergewicht und Adipositas

Dicke Kinder brauchen mehr Sonne - auch zum AbnehmenÜbergewicht bei Kindern steigt in Deutschland, wie in den meisten Industrieländern, steil an und wird zu einem der bedeutendsten Gesundheitsrisiken.  Je nach Definition sind 40 Prozent (Verbraucherministerium) oder strenger gefasst: 17 Prozent (s. Graphik) der deutschen Kinder und Jugendlichen übergewichtig oder gar adipös.

Übergewicht bei Kindern führt allzu häufig zu Diabetes 2 und Gefäßerkrankungen.

Ergebnis einer Studie und die Bestätigung früherer Forschungen: Die Versorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin D3 hat einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen. Kinder mit einem Vitmain D-Mangel nahmen schneller zu und entwickelten einen “Speckgürtel” um die Taille im Vergleich zu gut versorgten Kindern, so die Studie von der University of Michigan, USA.

(Studie in American Journal of Clinical Nutrition, 2010; ähnlich: European Journal of Nutrition, 2010, J Clin Endocrinol Metab 2009, Medical Hypotheses 2009)

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