Sonne ist gut für die Schwangeren und ihre Babies

04.08.2013 16:12:00 von Leopold Bergmann

Sonne und Vitamin D sind wichtig für Schwangerschaft, Geburt und die Gesundheit des Babys

Zu wenig Sonne und ein Vitamin D-Mangel gefährden die Gesundheit von Müttern und Neugeborenen und bergen Risiken für die Schwangerschaft und die Geburt selbst. Schwangere gehören zu den "Problemgruppen" für eine ausreichende Versorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin.

Einerseits ist während der Schwangerschaft der Bedarf an Vitamin D erhöht, gleichzeitig oft die Zufuhr durch den geringeren Aufenhalt an der Sonne oder durch die Ernährung verringert. "Experten"-Warnungen vor der Sonne - besonders an Schwangere - tun ein übriges. Tatsächlich aber kann die Sonne weder Mutter noch Kind schaden, nirgendwo richten aber die Aufrufe zum “totalen Sonnenschutz” mehr Schaden und Leiden an als gerade hier.

Ein zusätzliches Risiko eine Vitamin D-Defizits haben dunkelhäutige Frauen vor allem in nördlichen Ländern sowie Übergewichtige - ein weites Thema, das hier nur erwähnt werden soll - und Frauen, deren Schwangerschaft überwiegend in die Monate des "Vitamin D-Winters" fallen.

Die Ernährung trägt nur eine sehr bescheidenen Beitrag zur ausreichenden Versorgung mit Vitamin D bei. Die tatsächliche Aufnahme von Vitamin D durch fetten Fisch, den aber kaum ein Viertel der Schwangeren überhaupt zu sich nehmen, durch Milch oder angereicherte Lebensmittel liegt um ca 90 Prozent unter den Werten, die von Ernährungsexperten und -organisationen empfohlen werden (s. "Nationale Verzehrsstudie II/2") Der Rat an die Schwangeren liegt nahe: "Vergesst die Ernährung, geht lieber an die Sonne (oder ins Solarium)!"

Da beides nicht immer möglich ist, kann die Einnahme von Vitamin D-Präparaten für einen angemessenen Vitamin D- Spiegel sorgen. Über die Höhe dieser Werte gibt es nach wie vor eine umfangreichen Diskussion. Klar ist allerdings, dass auch eine vergleichsweise hohe Dosierung (2.000 oder gar 4.000 IE) keinerlei nachteilige Wirkungen für Mutter und Kind zeitigt (s. Hollis, 2011).

Durch Einflüsse aus der Umwelt der Schwangeren, wie hier die Sonneneinstrahlung und die Vitamin D-Bildung, werden beim Fötus Prozesse ausgelöst, die für das gesamte spätere Leben prägend sein können und sogar die Erbfaktoren verändern oder beeinflussen (durch "Einschalten" oder "Abschalten"), so dass solche Prägungen sich weiter "vererben" können (Epigenetik).

Sonnenmangel besonders häufig in der Schwangerschaft ...

Sonne ist (neues) Leben Foto: fotoliaEin Vitamin D-Mangel bei Schwangeren wirkt sich natürlich direkt auf die Versorgung des Ungeborenen aus - mit allen negativen Gesundheitsfolgen.

Eine Studie der Universität Gießen beziffert den Anteil der unterversorgten (<50 nmol/L) Schwangeren in Deutschland während der Wintermonate auf 90 Prozent und die der Neugeborenen auf 84 Prozent. Selbst im Sommer weisen danach noch etwa 50 Prozent der Frauen eine mangelhafte Vitamin D-Versorgung auf.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und andere Fachgesellschaften, wie die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, empfehlen für eine ausreichende Vitamin D-Versorgung einen täglichen Aufenthalt im Freien von fünf bis 30 Minuten, um die körpereigene Vitamin D-Produktion in der Haut anzuregen. Die DGE hat vor Kurzem die Empfehlungen für die Vitamin D-Zufuhr bei schwangere Frauen von 5 µg (200 Internationale Einheiten, IE) auf 20 µg (800 IE) pro Tag erhöht, wenn keine Vitamin D-Bildung durch die Sonne erfolgen kann. Viele Experten halten auch diesen Wert noch für zu niedrig.

In zahlreichen Studien aus jüngster Zeit wird die Verbindung von Vitamin D-Mangel und Problemen bei Schwangerschaft und Geburt belegt: Schangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck, Infektionen und Frühgeburten u.ä. Neugeborene leiden dann oft an Knochenschwäche, Lungenerkrankungen, Asthma, Diabetes 1 und sogar Autismus. Die Entwicklung des Gehirns kann gebremst werden.

...und führt zu Problemen bei der Geburt

Für die natürliche Geburt ist der Vitamin D-Mangel ein hohes Risiko. Viele Geburten durch einen Kaiserschnitt werden notwendig durch die Muskelschwäche und die Gefahr von Beckenbrüchen aufgrund unzureichender Versorgung mit Vitamin D.

In einer zweijährigen Studie der Boston University School of Medicine unter Leitung von Prof. Micheal F. Holick mit 243 Frauen waren Geburten durch Kaiserschnitt doppelt so häufig bei Frauen mit einem Vitamin D-Defizit wie bei Gebärenden mit einem normalen Vitamin D-Spiegel im Blut (>37,5 nmol/l). Grund dafür ist die Schwächung von (Becken-)Knochen und Gebärmutter- und Bauch-Muskeln.

In unserer Analyse zeigte sich, dass Frauen mit einem Vitamin D-Mangel zum Zeitpunkt der Geburt einem fast vierfachen Risiko einer Kaiserschnitt-Geburt ausgesetzt sind im Vergleich zu Frauen ohne einen solchen Mangel,” so Holick.

Eine Gruppe von US-Froschern hat in einer “Fall-Kontroll-Studie" festgstellt, dass schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck (Präeklampsie) häufig bei Frauen mit einem niedrigen Vitamin D-Spiegel im Blut auftritt. Die Krankheit wird – neben dem stark erhöhten Blutdruck – begleitet von Schwindel und Kopfschmerzen, Benommenheit, Sehstörungen und Übelkeit und muss stationär behandelt werden.

Eine aktuelle Übersichtsstudie (Tabesh 2013, s.u.) fasst noch einmal die wissenschaftlichen Nachweise für einen Zusammenhang von Vitamin D-Mangel und Präeklampsia zusammen.

Und noch früher: Das Sonnen-Hormon macht fruchtbar

Nicht nur wirkt Vitamin D stärkend und "beschleunignd" auf die männlichen Spermien (s. "Sonne macht sexy") sondern auch auf die weibliche Fruchtbarkeit, indem es Empfängnis behindernde Blockaden löst. Vitamin D - und Kalzium - können hormonelle Störungen des Zyklus überwinden und Fehlgeburten durch Störungen des Immunsystems vermeiden helfen.

Für Europäerinnen konnte nachgewiesen werden, dass bei künstlicher Befruchtung (in vitro Fertilisation, IVF) die Erfolgsquote bei niedrigem Vitaminspiegel geringer ist, als bei ausreichender Versorgung mit Vitamin D. Frauen mit den niedrigsten Vitamin D Spiegeln wurden nur ein Viertel mal so oft schwanger, wie Frauen mit ausreichend Vitamin D (s. Ozkan, 2010).

Tatsächlich aber geht die Bedeutung der Sonnenstrahlen und des Sonnenschein-Vitamins weit über die Wirkung auf Fruchtbarkeit und Zeugungsfähigkeit hinaus. Nicht erst in der Schwangerschaft sondern bereits vor der Zeugung beeinflusst der Vitamin D-Metabolismus die Gesundheit des künftigen Nachwuchses. Wenn das bisher auch überwiegend nur an Laborversuchen mit Tieren nachgewiesen wurde, liegt dieser Schluss aufgrund der längst bekannten und unumstrittenen Wirkung des Vitamin D nahe.

Und danach: Kampf dem Baby-Blues

Baby-Blues - Sonne gegen postpartale Depresssion Sonne - auf verschiedene Weise - und das Sonnenschein-Vitamin sorgen für gute Stimmung und können gar Depressionen vorbeugen (s. "Sonne macht fröhlich"). Eine häufge, wenn auch zumeist vorübergehende Erscheinung unmittelbar nach der Geburt sind Stimmungsschwankungen, Trauergefühlen bis hin zur Depression - der sogenannte "Baby-Blues", die postpartale Depression.

Viele Frauen leiden nach der Geburt an Stimmungsschwankungen, Trauergefühlen bis hin zur Depression. Die Wirkung von Vitamin D bei psychischen Störungen ist vielfach belegt. Die Frage lag also nahe nach einem Zusammenhang von Vitamin D-Mangel und “Baby Blues” oder der schwereren Form,  der “Postpartalen Depression”.

Ein Forschertam an der University of South Carolina, USA, ging dieser Frage nach bei knapp 100 Frauen, die nach der Geburt wegen unterschiedlich gravierender depressiver Verstimmungen in Behandlung waren. Nach einem  gängigen Depressionstest (Edinburgh Postpartum Depression Scale, EPDS) wurden in sieben  Besuchen monatlich der Vitamin D-Spiegel gemessen und mit dem Grad der depressiven Verstimmung abgeglichen.

Es zeigte sich, dass sich der Grad der Erkrankung mit dem Ausmaß des Vitamin D-Mangels veränderte. Je größer der Mangel, desto schwerer im Durchschnitt die Depression.

Schon in der Schwangerschaft werden die Weichen gestellt für die Gesundheit des Kindes

1. Wer schon im Mutterleib sonnt, lebt länger

Kinder von Frauen, deren Schwangerschaft, vor allem die mittlere Schwangerschaftzeit, in die sonnenreichen Monate fällt, haben erhebliche gesundheitliche und Entwicklungs-Vorteile. Mehr Sonne und damit mehr Sonnenschein-Vitamin D für Mutter und Kind macht den Unterschied aus. Die Folgen für die Gesundheit beider ist in den vergangenen 20 Jahren in vielen Studien untersucht worden - mit teilweise verblüffenden Ergebnissen.

So haben Forscher der Universität Greifswald mehr als sechs Millionen Herz-Kreislauf-Todesfälle in ganz Deutschland analysiert. Dabei fanden sie heraus, dass ausgerechnet Menschen, die im November geboren wurden, älter werden als alle anderen.

Am meisten profitieren die Männer von diesem Phänomen: Während Frauen, die im November geboren wurden, im Durchschnitt 7,3 Monate länger leben als Frauen, die im Mai zur Welt kamen, ist der Unterschied bei den Männern deutlich größer: über 11,7 Monate länger leben die im Zeichen des Skorpion geborenen Männer als die Mai-Geborenen.

Die Lebenserwartung steigt mit den Geburtsmonaten zwischen Mai und November ständig an und geht ab Dezember ebenso kontinuierlich wieder zurück. Obwohl die Studie sich vor allem auf die Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bezieht, ergab sich das gleiche Bild auch für andere Todesursachen.

Salopp gesagt: Wer schon im Mutterleib sonnt, lebt länger! (s. auch "Wer sonnt lebt länger")

2. Sonnen-Mangel in der Schwangerschaft geht auf die Knochen der Kinder

Vitamin D-Mangel bei Schwangeren behindert Knochenbildung beim FötusWenn die Einlagerung des Kalziums in die Knochen beim Fötus durch den Vitamin D-Mangel bereits in der Schwangerschaft gestört ist, verstärkt sich die Gefahr einer Entwicklung von Knochenschwäche, Osteopenie als vorstufe der Oseoporose, Rachitis bis hin zu den sogenannten "Glasknochen", die bei der geringsten Belastung brechen und splittern können. Denn in den frühen Jahren wird die Substanz aufgebaut, von der die Knochen in den mittleren Jahren und im Alter “zehren”.

Die Auswirkungen dieser Mangelsituation kann das gesamte Kindesalter bestimmen und auch noch bei Erwachsenen zu Osteoporose und Knochenbrüchen führen (s. Javaid 2006).

Darüber hinaus scheinen Untersuchungen weltweit darauf hinzudeuten, dass die Neugeborenen von Müttern mit Vitamin D-Defiziten kleiner sind.

3. Mehr Sonne für die Schwangere lässt das Baby leichter atmen

Vitamin D-Mangel in der Schwangerschaft führt zu Asthma in der KindheitErkrankungen der Atemwege und der Lunge sind bei Neugeborenen häufig und/oder entwickeln sich bereits in der frühesten Kindheit zu dauerhaften Gesundheitsproblemen.

Bei der Vorbeugung schon im Mutterleib spielt das Sonnenschein-Vitamin D eine wichtige Rolle, wie jüngere Forschung immer wieder belegt. Hier nur einige Beispiele:

Babies, die mit einem Vitamin D-Mangel geboren wurden, erleiden sechs mal häufiger eine Lungen- oder Bronchien-Entzündung als die Kinder, die schon bei der Geburt ausreichend mit dem “Sonnen-Hormon” Vitamin D versorgt sind, so eine Studie aus unserem Nachbarland Holland:

Die Wissenschaftler an der Universität Utrecht bestimmten die Vitamin D-Werte bei 156 Neugeborenen aus dem Blut der Nabelschnur. Nach einem Jahr hatten 18 der Babies eine Lungenentzündung erlitten, verursacht durch ein Virus, das in der Lunge und in den Atemwegen auftritt (RSV). Es stellte sich heraus, dass alle diese 18 Babies bei der Geburt besonders niedrige Vitamin D-Werte aufgewiesen hatten.

Anfälle von Atemnot, eine Vorform von Asthma, treten sehr viel häufiger auf - auch noch bis zum 3. Lebensjahr - bei Kindern von Müttern, die während der Schwangerschaft einen niedrigen Vitamin D-Spiegel im Blut aufweisen. Gleich mehrere Studien im American Journal of Clinical Nutrition beschäftigen sich mit diesen Folgen des Vitamin D-Mangels.

4. Auf die Welt kommen mit einem gesunden Immunsystem

Sonne schützt vor InfektionenVitamin D ist von erheblicher Bedeutung einerseits für die Abwehrkraft der Neugeborenen gegen Infektionen und andererseits auch gegen ein überschießendes Immunsystem und damit gegen Autoimmunerkrankungen wie Diabetes 1 oder Multiple Sklerose. Bei einer Autoimmun-Reaktion wendet sich das Immunsystem gegen die Zellen und Gewebe des eigenen Körpers und zerstört diese durch chronische Entzündungen.Das Sonnen-Hormon hat nachweislich eine wichtige Funktion bei der Steuerung der Immunreaktionen im Körper und ist in der Lage, überschießende, selbstzerstörerische Immunreaktionen zu bremsen, 

Einen Anhaltspunkt bieten Studien, die herausfanden, dass Kinder, die nach einer sonnenarmen Zeit, also nach dem Ende des "Vitamin D-Winters", im April (in Skandinavien bis in den Juni), geboren wurden, sehr viel häufiger an Multipler Sklerose erkrankten als Babys mit den Geburtsmonaten Oktober und November, die im Mutterleib während dem letzten Drittel der Schwangerschaft eine wesentlich größere "Portion Sonne" abbekommen hatten.

Diabetes ist eine Gefahr für die Schwangere selbst (Schwangerschafts-Diabetes) und als Diabetes 1 für das Ungeborene und seinen späteren Lebensweg.

Verschiedene Studien (zum Beispiel s.u. Parlea, 2011) belegen, dass eine ausreichende Versorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin D3 das Diabetes-Risiko für die Schwangere halbieren kann gegenüber schwangeren Frauen mit einem Vitamin D-Defizit.

Gleichzeitig aber spielt der Vitamin D-Mangel eine bedeutende Rolle auch bei der Entstehung von Diabetes 1 beim Baby im Mutterlaieb ebenso wie bei Neugeborenen und Kindern oft bis ins Erwachsenenalter. So haben norwegische Forscher (s.u. Sørensen, 2012) 29.000 schwangere Frauen und Ihre Neugeborenen untersucht und ihr Vitamin D-Spiegel im Blut gemessen. Es zeigte sich, dass mit jeder Stufe der Vitamin D-Versorgung von den höchsten bis zu den geringsten Werten die Wahrscheinlichkeit kontinuierlich zunahm, dass die Kinder ein Diabetes 1 entwickelten.

Für andere Autoimmunerkrankungen wie Psoriasis, rheumatische Arthritis, Morbus Crohn etc.  gibt es ähnliche Befunde.

5. Sonne für Nerven und Gehirn - Schutz des Neugeborenen vor psychischen Störungen später

Sonne und Sonnenschein-Vitamin D spielen eine wichtige Rolle bei der gesunden Reifung des Gehirns und bei der Entwicklung des Nervensystems - sowohl beim Zellwachstum, bei der Zellteilung und dem Schutz der Gehirnzellen vor oxydativem Stress, als auch bei der Mobilisierung der Botenstoffe im Gehirn und damit bei der Steuerung und "Verschaltung" der Nervenstränge. Ein Mangel bei der Mutter während der Schwangerschaft erhöht folglich die Gefahr von psychischen Störungen, Schizophrenie, Autismus, AdHS beim Kind mit Auswirkungen bis ins 'Erwachsenenalter (eine Übersicht bei D. Eyles, 2010).

Trotz der intensiven Forschung und ihrer Ergebnisse zu den Schutzwirkungen des Sonnenschein-Vitamins für Nerven und Gehirn bleiben vorerst viele Fragen offen - Raum für neue Überraschungen.

Wieviel Sonne - natürliche oder künstliche - für die Schwangere?

Mehr Sonne für Schwangere und BabysDarf ich während der Schwangerschaft wie bisher an die Sonne oder auf die Sonnenbank?“ Eine häufige und von oft haarstäubend ignoranten Medien-Mahnungen gesteigerte Unsicherheit von Schwangeren. Die erst Antwort ist einfach: Ex gibt keinen Grund für besondere Vorsicht an der Sonne oder im Solarium für die Schwangere und ihr Baby. Sonnenstrahlen, auch die kurzwelligen UV-Strahlen der Sonne, die für die Vitamin D-Bildung in der Haut verantwortlich sind, dringen nicht annähernd tief genug ein, um dem Embryo zu schaden. Mehr noch: Durch diese "natürliche Produktion" des Sonnenschein-Vitamins kann es niemals zu einer "giftigen" Überdosierung kommen, die Vitamin D-Synthese im Körper schaltet sich von selbst ab, wenn die Speicher im Fettgewebe voll sind.

Dennoch gibt es einige Besonderheiten, die zu berücksichtigen sind: Denn obwohl für Mutter und Kind keinerlei besondere Gefährdung durch die Bestrahlung besteht, kann die Haut der Mutter durch die hormonelle Umstellung anders reagieren als üblich. Hautveränderungen und Pigmentverschiebungen sind möglich, die sich allerdings nach der Geburt wieder verlieren. Übermäßige Wärmeentwicklung kann sich, wie eine Sauna oder ein Jacuzzi-Bad auch, nachteilig auf Mutter und Kind auswirken.

Für beide aber, Mutter und (ungeborenes) Baby, gilt: Die positiven Gesundheits- und Wohlfühlwirkungen der Sonnenstrahlen auf der Haut sind - nicht nur, aber wesentlich - durch die Versorgung von Mutter und Kind mit dem lebenswichtigen Vitamin D3 von kaum zu überschätzender Bedeutung, die möglichen Hautschäden dagegen bei maßvoller Besonnung praktisch nicht vorhanden.

Studien (einige Beispiele):

Anne-Louise Ponsonby et al., Vitamin D status during Pregnancy and Aspects of Offspring Health, Nutrients, 2010, 2, 389-407, und als Gesamtüberblick:
S. Lewis et al, Vitamin D deficiency and pregnancy: from preconception to birth, Mol Nutr Food Res., 2010, 54(8):1092-10

C. Wuertz et al., Cross-sectional study of factors that influence the 25-hydroxyvitamin D status in pregnant women and in cord blood in Germany, British Journal of Nutrition, Mai 2013, 23:1-8

B.W. Hollis et al., Vitamin D supplementation during pregnancy: Double blind, randomized clinical trial of safety and effectivenessBone Mineral Research, vorab online 27. Juni 2011.
Eine neuere klinische Studie bestätigt das Ergebnis:
A.Dawodu et al., Randomized controlled trial (RCT) of vitamin D supplementation in pregnancy in a population with endemic vitamin D deficiency, Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, 2013, 98(6):2337-46

Michael F. Holick et al., Association Between Vitamin D Deficiency and Primary Cesarean SectionJournal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 2009 vol. 94 no. 3 940-945

Lisa M. Bodnar et al., Maternal vitamin D deficiency increases the risk of preeclampsia, Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 2007, 92: 3517-3522

Tabesh et al., Maternal Vitamin D Status and Risk of Pre-Eclampsia: A Systematic Review and Meta-Analysis, The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 2013, 98(8): 3165-3173

Sebiha Ozkan et al., Replete vitamin D stores predict reproductive success following IVF, Fertil Steril, 2010, 94(4): 1314–1319.

Pamela K. Murphy et al., An Exploratory Study of Postpartum Depression and Vitamin D, Journal of the American Psychiatric Nurses Assiciation, Vol. 16, No. 3, 170-177 (2010)

Thorsten Reffelmann et al., Is Cardiovascular Mortality Related to the Season of Birth? Evidence From More Than 6 Million Cardiovascular Deaths Between 1992 and 2007, Journal of the American College of Cardiology, 2011, 57(7),  S. 887-888

Adrian Sayers, Jonathan H Tobias,  Estimated maternal ultraviolet B exposure levels in pregnancy influence skeletal development of the child, Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 2009, 94(3):765-71

M.K. Javaid et al., Maternal vitamin D status during pregnancy and childhood bone mass at age 9 years: a longitudinal study, The Lancet, 2006, 367(9504), 36 - 43

Bischoff-Ferrari HA, Giovannucci E, Willett WC, Dietrich T, Dawson-Hughes B. Estimation of optimal serum concentrations of 25-hydroxyvitamin D for multiple health outcomes. American Journal of Clinical Nutrition, 2006, 84(1):18–28

Mirjam E. Belderbos et al.,  Cord Blood Vitamin D Deficiency is Associated With Respiratory Syncytial Virus Bronchiolitis. Pediatrics, 2011, 127(6), 1513-20

L. Parlea et al.,  Association between serum 25-hydroxyvitamin D in early pregnancy and risk of gestational diabetes mellitus, Diabetic Medicine, 2012, 29(7), e25–e32

Ingvild M. Sørensen et al., Maternal Serum Levels of 25-Hydroxy-Vitamin D During Pregnancy and Risk of Type 1 Diabetes in the Offspring, Diabetes, 2012, 61(1):175-8

D. Eyles et al., Vitamin D, effects on brain development, adult brain function and the links between low levels of vitamin D and neuropsychiatric disease, Frontiers in Neuroendocrinology, 2013, 34(1), 47–64

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Zusammenfassendes Editorial: X. Cui et al., Low vitamin D concentration exacerbates adult brain dysfunction. American Jpournaöl of Clinical Nutrition, 2013;97(5):907-8

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Ein Überblick über die bisher erschienene Literatur zu Vitamin D und Schwangerschaft:
H.T. Christesen et al., The impact of vitamin D on pregnancy: a systematic review, Acta Obstet Gynecol Scand., Dezember 2012, 91(12):1357-67

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