Wer sonnt lebt länger

06.08.2013 13:41:00 von Leopold Bergmann

Sonnen macht Spaß, Sonnen entspannt und mobilisiert alle Sinne. Aber Sonne tut noch sehr viel mehr:
In der langen Liste dessen, was die Sonne und ihr „Sonnenschein-Vitamin“ für uns Menschen tun kann,  beginnen wir mit der einfachsten und gleichzeitig gewaltigsten Feststellung:

Die Sonne rettet und verlängert Leben!

Tatsächlich aber leidet die Mehrheit der Menschen in nördlichen Ländern, so auch in Deutschland, unter einem mehr oder minder gravierenden Vitamin D-Mangel. Das liegt nicht nur daran, dass sich die Sonne bei uns rar macht, sondern vor allem an unserer „inhäusigen“ Lebensweise. Offensichtlich, das zeigen die fortlaufenden Studien über Arbeit und Leben in Deutschland und anderswo, bewegen wir uns unaufhaltsam in Richtung „moderne Höhlenbewohner“. Nun sind wir aber normalerweise zu fast 90 Prozent unserer Vitamin D- Versorgung auf die Sonne angewiesen. Über die Nahrung können wir uns nur zu einem sehr geringen Anteil versorgen.

Diese „Höhlenbewohner“ aber bringen sich um einen beträchtlichen Anteil an „Lebenszeit“: Untersuchungen belegen, dass die ständig wachsende Fernseh- und Computer-Nutzung, als sinnfälliger Ausdruck der „Höhlenexistenz“, das Leben verkürzt. In einer Studie aus Australien haben die Forscher sogar versucht, den Effekt genau zu berechnen und schlussfolgern: Jede Stunde, die ein Erwachsener täglich vor dem Fernseher verbringt, verkürzt seine Lebenszeit um 21,8 Minuten!

Pointiert ausgedrückt: Wer nicht sonnt, muss früher sterben! Ausreichend Sonne und damit ein optimaler Vitamin D-Spiegel im Blut aber schützt die Gesundheit, beugt den verbreitetsten „Volkskrankheiten“ vor und lässt uns länger, gesunder leben.

Behaupten kann so etwas jeder! Aber auch beweisen?

10.000 Patienten können nicht irren

Selten ist eine so große Zahl an Studien-Teilnehmern über eine so lange Zeit auf den Zusammenhang von Vitamin D-Versorgung und Gesundheit, insbesondere Herzgesundheit, beobachtet worden. Das Ergebnis: Wer sonnt oder über Nahrungsergänzung seinen Vitamin D-Spiegel optimiert, lebt deutlich länger und leidet seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Arterienversteifung oder Diabetes 2.

Eine dänische Langzeit-Studie über 21 Jahre mit Daten aus der Gesamtbevölkerung beziffert zum Beispiel den Unterschied beim Risiko, an einem Schlaganfall zu sterben, zwischen Menschen mit hohem Vitamin D-Spiegel einerseits und sehr niedrigem Spiegel andererseits auf rund 50 Prozent zugunsten der besser Versorgten.

Ein aktuelle deutsche Studie vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg mit 10.000 Teilnehmern registrierte eine um 70 Prozent erhöhte Sterblichkeitsrate bei Teilnehmern mit einem sehr niedrigem (geringer als 30 nmol/l) und um 20 Prozent bei niedrigem (geringer als 50 nmol/l) Vitamin D-Spiegel (25 (OH) D). Im Winter waren das immerhin 95 Prozent der Teilnehmer, im Hochsommer dagegen "nur" 45 Prozent.

Forscher an der Universität von Kansas, USA, hatten 10.900 Patienten im Alter zwischen 43 und 73 Jahren über fast sechs (6) Jahre verfolgt, kontinuierlich deren Vitamin D-Werte erhoben und mit den Krankengeschichten abgeglichen.

Mehr als 70 Prozent der Teilnehmer an dieser Studie wiesen zunächst einen Vitamin D-Mangel auf (50 nmol/L). Bei diesem Vitamin D-Mangel stieg das Sterbe-Risiko um mehr als das Doppelte (264 Prozent), auch wenn andere Faktoren berücksichtigt wurden.

Nach einer Optimierung des Vitamin D-Spiegels bei bisherigen Mangel-Patienten konnte die Sterbe-Wahrscheinlichkeit um fast zwei Drittel gesenkt werden. Dabei spielten die Herz-Kreislauf-Erkrankungen die entscheidende Rolle.

Schwedische Frauen leben länger mit der SonneSchwedischen Frauen, die sich regelmäßig sonnen (auch mit Sonnenbrand) und/oder häufig in südlichen Ländern Urlaub machen leben länger als "häusliche" Frauen. Eine Langzeit-Studie  verschiedener internationaler Forschungsinstitute, darunter die Harvard Universtät und das Karolinska Institut, über 15 Jahre mit knapp 40.000 Teilnehmerinnen konnte das sowohl für die allgemeine Sterblichkeit als auch für den Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen nachweisen.

Der aktuelle Wissensstand: Das Sonnenschein-Vitamin verlängert das Leben und hilft bei der Vermeidung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Fast wie ein Who-is-Who der Vitamin D-Forschung liest sich eine Übersichtsstudie, die den Stand des Wissens kompakt zusammenfasst: In einer Sichtung und Bewertung der Forschungsergebnisse mehrerer Jahre können sie mit der gebotenen Vorsicht des Wissenschaftler festhalten: Ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel senkt die allgemeine Sterberate und wirkt sich auf den verschiedensten Wegen positiv auf die Gesundheit des Herz-Kreislaufsystems aus.

Allerdings weisen die Autoren auch darauf hin, dass bisher erst wenige klinische (Interventions-)Studien die Erkenntnisse aus Beobachtungs- und epidemologischen Studien absichern.  Ob also eine Optimierung der Vitamin D-Versorgung bei Patienten mit einem Vitamin D-Defizit – etwa durch Medikamente  – tatsächlich die beobachteten Wirkungen hat, müsse noch in weiteren Studien belegt werden.

Inzwischen wäre aber eine solche Anpassung an den optimalen Wert (75-100 nmol/L) schon heute sinnvoll,  da die Gabe von Vitamin D nachweislich so gut wie keine Nebenwirkungen hätte und außerordentlich kostengünstig sei – bei einer (plausibel annehmbarer) Fülle positiver Gesundheitswirkungen.

Nicht nur die Sonne oder der “kleine Bruder der Sonne” verlängern das Leben sondern auch das Vitamin D in der Nahrung

Vitamin D kommt nur in ganz wenigen Nahrungsmitteln vor, vor allem in fettem Fisch und – in geringen Mengen - in Eiern und Pilzen. Es ist praktisch unmöglich, den notwendigen Vitamin-Bedarf allein über die Nahrung aufzunehmen. Doch selbst dieser geringe Anteil an der notwenigen Versorgung kann das Leben verlängern.

Zwei der bekanntesten europäischen Vitamin-D-Forscher verglichen die Ernährungsgewohnheiten in den verschiedenen Regionen Europas und fanden heraus, dass eine Vitamin D-reichere Ernährung das Leben im Durchschnitt um 7 Prozent verlängert, immerhin um 3 bis fünf Jahre.

Sonnenmuffel sterben früher

Aus den tausenden von wissenschaftlichen Studien zu den Gesundheitswirkungen des Sonnenschien-Vitamins lässt sich – zumindest im Groben – ausrechnen, wieviele Menschen durch den Vitamin D-Mangel vorzeitig sterben und wie viel die Behandlung der chronischen Krankheiten die Gesundheitssysteme kosten, die durch den Mangel entstanden oder verlängert wurden. Dazu vor allem die Berechnungen des US-Forschers William Grant, aber auch ähnliche Berechnungen für von deutschen Wissenschaftlern.

  1. Grant: Regelmäßiger Aufenthalt an der Sonne – oder in einem Solarium -  könnte allein in den USA bis zu 400.000 Menschen jedes Jahr das Leben retten. Wenn sich, so Grant, die Menschen in den USA etwa doppelt so häufig wie bisher den UVB-Strahlen der Sonne oder im Solarium aussetzten, könnte  das zwar einerseits zu einem Anstieg der Hautkrebserkrankungen und Sterbefälle um einige tausend führen.  Der “Gewinn” aber an geretteten Leben liege bei etwa 400.000 pro Jahr - ein gewaltiger Unterschied. “Die Empfehlung, das UV-Licht der Sonne oder der künstlichen Besonnung zu meiden ist konterproduktiv,” mahnt Prof. Grant.
    Ähnliche Berechnungen für Kanada, die Niederlande brachten vergleichbare Ergebnisse.
  2. Für Deutschland errechneten Forscher um Prof. Armin Zittermann die erstaunliche Zahl von 18.300 verhinderten Todesfälle durch Erhöhung des Vitamin D-Spiegels auf das Normalmaß.
  3. Die Gesundheitssystem der europäischen Länder könnte jährlich etliche Milliarden einsparen, einfach durch eine bessere Versorgung der Bevölkeunge mit dem Sonnenschein-Vitamin.

Der Grund: Die gleichmäßige, optimale  Versorgung mit dem “Sonnenschein-Vitamin” durch regelmäßige Besonnung vermindert das Risiko, an vielen  Volkskrankheiten von Osteoporose über Diabetes bis hin zu Brust-,  Prostata- und Darmkrebs zur erkranken oder gar zu sterben.

Optimaler Vitamin D-Spiegel hilft länger zu leben

In einer Studie der umfangreichsten Lanzeitstudien mit 13.331 Teilnehmern konnten Forscher am New Yorker Albert Einstein College of Medicine und der berühmten Johns Hopkins University nachweisen, dass ein Vitamin D Gehalt im Blut von weniger als 17,8 Nanogramm pro Milliliter (17,8 ng/ml) das Risiko an einer beliebigen Krankheit zu sterben um ganze 26 Prozent erhöht. Die Wissenschaftler verfolgten die gesundheitliche Entwicklung ihrer Probanden über fast neun Jahre und verglichen die Todesfälle mit den Ergebnissen der Vitamin D-Tests.

Unsere Ergebnisse machen nun endgültig klar, dass alle Männer und Frauen, die sich überhaupt über ihre Gesundheit Gedanken machen, sehr viel genauer darauf achten sollten, dass ihr Vitamin D3-Spiegel im Blut mindestens eine befriedigende Höhe erreicht,” so eine der Autorinnen der Studie, Prof. Erin Michos. Ein tägliches Sonnenbad mit größeren unbekleidenten Hautflächen von 10-15 Minuten  reiche in der Regel - nicht allerdings im "Vitamin D-Winter" - aus für die Produktion von ausreichend Vitamin D3.

Da von Oktober bis März in Deutschland die Kraft der Sonne für die Vitamin D-Synthese in der Haut nicht ausreicht, kann Nahrungsergänzung oder ein regelmäßiger (wöchentlicher) Besuch in einem Sonnenstudio die Lücke schließen.

Die Autoren unterstreichen die Bedeutung dieser Erkenntnisse für die Vorbeugung und Behandlung vor allem von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, an denen in den USA allein jährlich über eine Million Menschen sterben. Vitamin D ist darüber hinaus wichtig zur Vorbeugung und Heilung von solchen „Volkskrankheiten“ wie Osteoporose und Muskelschwäche, Diabetes und andere Autoimmunerkrankungen, Bluthochdruck, psychische Störungen und viele Krebsarten.

In den USA liegt der Vitamin D-Spiegel bei 53 Prozent aller Frauen und 41 Prozent aller Männer unter dem Minimal-Wert.  Für Europa und auch für Deutschland wurden in verschiedenen Studien ganz ähnliche Defizite gemessen.

Dass vor allem die Menschen mit den sehr niedrigen Werten an Sonnenschein-Vitamin profitieren von zusätzlicher Besonnung unterstreicht eine Meta-Studie (Auswertung von 14 Langzeitstudien der vergangnen Jahre) von deutschen, italienischen und US-Forschern mit zusammen 62.548 Teilnehmern: Insgesamt verlängerte die "Aufstockung" der Sonnen-Hormon-Reserven auf optimale Werte um 75 nmol/l das Leben um 30 Prozent.

Vitamin D gegen Krankenhauskeime - Tod in der Klinik?

Die Liste der lebensverlängernden Wirkungen des Sonnenschein-Vitamins ist lang und kann hier nur an wenigen Beispielen demonstriert werden. So ist die Bedeutung des Sonnenhormons für das Immunsystem in zahlreichen Studien unterstrichen worden. Ein besonders aktuelles Thema in diesem Zusammenhang ist die wachsende Gefahr von tödlichen Infektionen während des Klinikaufenthalts.

Eine Studie aus dem Sommer 2013 untersuchte 3.360 Patienten, die in einer der großen Univesitätskliniken von Boston, USA, operiert worden waren und deren Vitamin D-Spiegel im Blut vor oder bei der Einlieferung in die Klink gemessen worden war. Die Patienten mit einem Vitamin D-Defizit (≤ 15 ng/mL) zogen sich doppelt so häufig eine Infektion mit Krankenhauskeimen zu als die Patienten mit ausreichender Versorgung (≥ 30 ng/mL).

Die Zahl der Todesfälle durch diese Infektionen lag bei den Vitamin D-unterversorgten Patienten um mehr als 50 Prozent höher als bei den ausreichend Versorgten.

Auch hier zeigt sich wieder die erstaunliche, vorbeugende Wirkung von Aufenthalt und Bewegung an der Sonne (ersatzweise im Solarium).

Soviel zur "guten Sonne" - was aber ist mit der "bösen" Sonne?

Dass die Sonne auch eine "böse" Seite hat, ist unbestreitbar. Vor allem bei Sonnen-Mißbrauch wird die Bildung von Hautveränderungen von der aktinischen Keratose (Verhornung) über den "weißen" Hautkrebs bis hin zum gefährlichen Melanom begünstigt. Weit mehr als 90 Prozent der Medien-Berichterstattung beschäftigt sich mit dieser "bösen" Seite der Sonne.

Dass die Balance zwischen "böser" und "guter" Sonne in der Wirklichkeit völlig anders aussieht, haben Wissenschaftler aus allen Weltteilen immer wieder nachweisen können. Ein Beispiel aus Norwegen:

Eine Forschergruppe unter Leitung des bekannten Biophysikers und Photobiologen, Prof. Johan Moan,kommt in einer Auswertung bisheriger Forschungsergebnisse zu einem eindeutigen Fazit:
Die positiven Wirkungen der UV-Strahlen übersteigen die negativen Wirkungen um ein Vielfaches.

Die Studie zitiert ein Beispiel:
Bei der schlimmsten annehmbaren Folge zusätzlicher Sonnen- oder Sonnenbank-Bestrahlung mit einem Anstieg des Vitamin D-Spiegels von 25 nmol/L könnte es in Norwegen zu etwa 200-300 zusätzlichen Todesfällen aufgrund von Hautkrebs, genauer: Malignem Melanom, kommen. Soviel zur “bösen” Sonne.
Gleichzeitig aber würde allein durch die Steigerung des Vitamin D-Spiegels in der norwegischen Bevölkerung die Zahl der Todesfälle durch andere Krebsarten um 3.000 Fälle abnehmen.

Bei dieser spektakulären Bilanz sind alle anderen positiven Gesundheitswirkungen der optimierten Versorgung mit dem “Sonnenschein Vitamin D”, etwa durch den Rückgang der Diabetes-, MS-, Infektionsfälle und tödliche Folgen von Knochenbrüchen im Alter, noch garnicht eingerechnet.

2000 : 1 zugunsten der "guten" Sonne

Selbst unter ungünstigsten Annahmen (wie etwa der Vermutung, dass UV-Strahlen zu 50 – 90% verantwortlich sein könnten für die Entstehung von Melanomen) kommt eine Studie im Rahmen der weltweiten von der WHO veranlassten Untersuchung von “Krankheits-Lasten” einzelner Risikofaktoren zu dem Ergebnis, dass

  • UV-Strahlen, oder besser: ihr Mißbrauch, nur für 0,1 Prozent aller ermittelten Krankheitsfaktoren verantwortlich sind, aber
  • weit mehr als das Zweitausendfache an Krankheitsfällen durch Sonnenmangel verursacht werden.

Gemessen werden diese “Krankheits-Lasten” in verlorenen “Krankeits-Lebensjahren” (disability-adjusted life years – DALYs).

Als Folge übermäßiger Besonnung wurde ein Verlust von 1.6 Millionen DALYs weltweit ermittelt. Dabei wurden neun (9) verschiedene Krankheiten als durch UV-Strahlen verursacht definiert.

Dagegen kam es zu 3,3 Milliarden DALYs allein durch Erkrankungen der Knochen (Rachitis, Osteoporose, Osteomalzie) aufgrund von unzureichender UV-Bestrahlung. Die Autoren der Studie am National Centre for Epidemiology and Population Health, Canberra, Australien, kommen zu dem Schluß, dass “…ein gewisses Maß an Sonnen-Exposition notwendig ist, um Krankheiten zu vermeiden, die durch Vitamin D-Mangel entstehen.

In die Rechnung gingen auch “Sonnenbrände” mit fast 20% Anteilen an der “Gesamt-Last” ein, obwohl es dafür so gut wie keine verlässlichen Daten gibt.

Das Verhältnis von 1:2000 zugunsten der Sonne wäre noch einmal um ein Vielfaches höher, wenn die Studie die neueren wissenschaftlichen Daten zur Risikominderung durch Vitamin D z.B. bei Autoimmunerkrankungen wie Diabetes und MS, bei vielen Krebs-, Herz-Kreislauf- und Virus-Erkrankungen, Bluthochdruck und psychischen Problemen in die Rechnung mit einbezogen hätte. Noch drastischer fiele das Ergebnis aus bei Berücksichtigung der positiven Gesundheitswirkungen, die nicht auf die Vitamin D-Bildung per UV-Strahlen in der Haut sondern die Wirkungen des sichtbaren Sonnenlichts und des Infrarot-Spektrums der Sonnenstrahlen zurückzuführen sind:  Stimmungsaufhellung und allgemeines Wohlbefinden, Wärme und Entspannung (Lucas, 2008, s.u.)

Frühere Versuche, eine Bilanz zu ziehen aus den negativen und positiven Gesundheitswirkungen der Sonnenstrahlen, kommen zu ähnlichen Schlüssen (z.B. Moan, 2008, Grant 2005, s.u.)

 

Wiedergutmachung durch die "gute" Sonne

Genau auf diese Seite der Bilanz zwischen "guter" und "böser" Sonne zielt die aktulle Studie der Universität Kopenhagen:
Ausgehend von der Tatsache, dass zu viel Sonne ein Hauptgrund für Hautkrebs sein kann, gleichzeitig aber die Sonne und das Sonnenschein-Vitamin D3 positiv wirkt bei der Vermeidung und Heilung vieler Krankheiten, untersuchten die Forscher die Daten aller Hautkrebs-Erkrankten in Dänemark auf den Zusammenhang mit anderen Erkrankungen. Und in der Tat zeigte sich, dass die Menschen, bei denen jemals ein Hautkrebs diagnostiziert wurde, sehr viel seltener etwas einen Herz- oder Hirninfarkt erlitten, sich seltener einen Knochen brachen  und -  ein geringeres Risko aufwiesen, an einer beiliebigen anderen Krankheit zu sterben.

Studien:
J.L. Veerman et al., Television viewing time and reduced life expectancy: a life table analysisBritish Journal of Sports Medicine, 15. August 2011, online vorab publiziert

A. Grøntved, F.B. Hu, Television viewing and risk of type 2 diabetes, cardiovascular disease, and all-cause mortality: a meta-analysis, JAMA, 305(23):2448-55

J.L. Vacek et al., Vitamin D Deficiency and Supplementation and Relation to Cardiovascular Health, American Journal of  Cardiology, 07. November 2011, vorab online publiziert

B. Schöttker et al., Strong associations of 25-hydroxyvitamin D levels with all-cause, cardiovascular, cancer and respiratory disease mortality in a large cohort study, American Journal of Clinical Nutrition, April 2013, 97 (4), 782-793

Stefan Pilz et al., Vitamin D, cardiovascular disease and mortality, Clinical Endocrinology (2011) 75, 575–584

Ling Yang et al., Ultraviolet Exposure and Mortality among Women in Sweden, Cancer Epidemiol Biomarkers Prev April 2011 20; 683

Stefan Pilz et al.,  Association of vitamin D deficiency with heart failure and sudden cardiac death in a large cross-sectional study of patients referred for coronary angiography, Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, Oktober 2008; 93(10):3927-35

Harald Dobnig et al., Independent Association of Low Serum 25-Hydroxyvitamin D and 1,25-Dihydroxyvitamin D Levels With All-Cause and Cardiovascular Mortality, Jama Internal Medicine, Juni 2008, 168 (12), 1340-1349

P. Brøndum-Jacobsen et al., 25-hydroxyvitamin D and symptomatic ischemic stroke: an original study and meta-analysis, Annals of Neurology, Januar 2013;73(1):38-47

William B. Grant, In defense of the sun – An estimate of changes in mortality rates in the United States if mean serum 25-hydroxyvitamin D levels were raised to 45 ng/mL by solar ultraviolet-B irradiance, Dermato-Endocrinology 1:4, 207-214

Cedric F. Garland zu.a., The Role of Vitamin D in Cancer Prevention, American Journal of Public Health 2006; 96(2):252-61.

Michal L. Melamed et al., 25-Hydroxyvitamin D Levels and the Risk of Mortality in the General Population, Archives of Internal Medicine 2008;168[15]:1629-1637, 11. August 2008

Armin Zittermann et al.,  Vitamin D deficiency and mortality risk in the general population: a meta-analysis of prospective cohort studies, American Journal of Clinical Nutrition, Jan. 2012, 95(1):91-100

T. Moromizato et al., Association of Low Serum 25-Hydroxyvitamin D Levels and Sepsis in the Critically Ill, Critical Care Medicine, 26. August 2013, vorab online veröffentlicht

Johan Moan et al., Vitamin D, sun, sunbeds and health, Public Health Nutrition, Oktober 2011:1-5

Johan Moan et al., Addressing the health benefits and risks, involving vitamin D or skin cancer, of increased sun exposure, PNAS (Proceedings of the National Academy of Science of the United States of America) , Volltext als PDF, 2008, 105(2):668-73

P. Brøndum-Jacobsen, B.G. Nordestgaard, S.F. Nielsen, M.Benn, Skin cancer as a marker of sun exposure associates with myocardial infarction, hip fracture and death from any cause, International Journal of Epidemiology, 13. 2013 Sep 13, vorab online veröffentlicht

Robyn M Lucas et al., Estimating the global disease burden due to ultraviolet radiation exposure, International Journal of Epidemology, 2008, 37(3), 654-67.

W.B. Grant, C.F. Garland, M.F. Holick, Comparisons of estimated economic burdens due to insufficient solar ultraviolet irradiance and vitamin D and excess solar UV irradiance for the United States, Photochem Photobiol. 2005, 81(6):1276-86


Zurück