Ratschläge zu Sonne und Vitamin D - Sinn und Unsinn

14.07.2013 17:40:00 von Leopold Bergmann

halbwahrheiten über Sonne, Besonnung, Vitamin DDie Sonne hat es schwer in den deutschen Medien. Offensichtlich glauben Redaktionen selbst in seriösen Beratungs-Magazinen, auf eine gründliche Recherche verzichten zu können.

Ein aktueller Fall unter vielen: Der "Senioren Ratgeber" des Verlags Wort & Bild mit dem Beitrag in der jüngsten Ausgabe:

Vitamin D und B12: Nehmen Sie genug zu sich?

Es fängt damit an, dass die Wirkungen des Sonnenschein-Vitamins reduziert wird auf die Osteoporose. Weitere positive Gewundheitswirkungen werden als unsicher qualifiziert. Als Kronzeuge wird Prof. Dr. Armin Zittermann mit einer Aussage zitiert, die er in dieser Form mit Sicherheit nicht geäussert hat. Prof. Zimmermann selbst ist Autor zahlreicher Studien, die den Zusammenhang von Sonne, Vitamin D und Herz-Kreislauferkrankungen belegen.

Richtig an der Aussage ist lediglich, dass es sich bei den meisten der ca. 2.000 Studien pro Jahr zu diesem Thema überwiegend um epidemologische Studien handelt, die zwar Zusmmenhänge nachweisen, aber Aussagen über Ursache und Wirkung nur begrenzt treffen können.

Unzutreffend auch die Aussage, dass ein Aufenthalt von 15 Minuten mit bloßen Armen nicht nur für die akute Versorgung mit Vitamin D  ausreiche, sondern auf die "Vorratsspeicher" für das Sonnen-Hormon so gründlich auffülle, dass die Versorgung auch über den gesamten Winter hinweg reiche. (Die Abbildung zur Illustration des sommerlichen Sonnens und Vitamin D-Tankens lässt nciht einmal diese spärliche Hautoberfläche frei für die Vitamin D-Synthese und das Grillen in praller Mittagssonne gehört ohnehin nicht zu den bevorzugten Freizeitvergügen älterer Menschen.)

Tatsächlich dürften die zitierten 15 Minuten Mittagssonne auf die nackten Arme für die Tages- und unter günstigen Umständen sogar für die Wochen-Dosis Vitamin D ausreichen - obwohl selbst das bei älteren Menschen nicht sicher ist, da die Altershaut bei der Vitamin D-Synthese deutlich weniger "produktiv" ist, als die Haut jüngerer Menschen.

Aber schon die Wahrscheinlichkeit, dass selbst im Sommer sich die Gelegenheiten für ein 15-minütiges Sonnen um die Mittagszeit regelmäßig bieten, sind in unseren Breiten gering. Noch geringer die Wahrscheinlichkeit, dass gerade ältere Menschen sich zur Mittagszeit regelmäßig der Sommersonne aussetzen.

Gänzlich unverantwortlich die Behauptung, die gelegentlichen Sonnenstrahlen auf knapp bemessener Hautoberfläche garantiere, dass auch im Winter, wenn die Sonne für die Vitamin D-Produktion zu tief steht und daher überhaupt nicht Vitamin D-Lieferant infrage kommt, die Versorgung gesichert sei. Ist sie nicht!

 

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