Richtig - Falsch!

04.08.2014 14:16:00 von Leopold Bergmann

Halbwahrheiten in Medien können Schaden anrichten

Wie viel Sonne ist notwendig für die Vitamin D-Bildung?
Das ist nur die halbe Wahrheit

Was ist ein Ratgeber wert, der die Hälfte der notwendigen Informationen weglässt?

In den Medienberichten zu Themen rund um die Sonne und die Wirkungen der Sonnenstrahlen ist das die Regel. In diesen Tagen geistert wieder einmal eine Meldung durch sämtliche Tageszeitungen unter der Überschrift: "Zehn Minuten Sonne genügen ..." Und im Text der Meldung heisst es dann unter Berufung auf Experten: "Bereits zehn Minuten Sonne am Tag reichen dem Körper, um ausreichend Vitamin D zu bilden."

Nun kann das durchaus richtig sein - unter ganz bestimmten, sehr eingeschränkten Umständen. Diese Umstände aber werden regelmäßig entweder völlig oder überwiegend "vergessen", das Ergebnis bleibt folglich eher "zufällig".

Faustregel mit vielen Einschränkungen

Erwähnt wird gelegentlich, aber auch nicht immer, die Tatsache, dass die "10-Minuten-Regel" nur für Leute mit sehr heller Haut gilt - und im Winter überhaupt nicht. Völlig verschwiegen wird aber, dass die 10 Minuten nur in der Mittagszeit, auch nur im Hochsommer und bei klarem Himmel für die Vitamin D-Bildung ausreichen - und dann auch nur für einen oder wenige Tage ausreicht, der 10-Minuten-Mittags-Aufenthalt in der Sonne also ständig wiederholt werden muss, wenn der Vitamin D-Spiegel im Blut hoch gehalten werden soll.

Damit nicht genug: Nicht nur der Stand der Sonne ist entscheidend für die Vitamin D-Bildung, sondern auch zum Beispiel die Höhe - in den Bergen sind die UV-B-Strahlen intensiver.

Eine Liste der Faktoren, die für die Intensität der UV-Strahlen ausschlaggebend sind, finden Sie hier: FAQ - Wieviel Sonne braucht der Mensch? Wieviel Sonne verträgt er?

Irrtum: Durch Ernährung ist sind die UVB-Strahlen der Sonne nicht zu ersetzen

In den aktuellen Medien-Meldungen wird ein weiterer Irrtum verbreitet. Dort heisst es: "Wer nur wenig draußen (an der Sonne) ist, sollte seinen Bedarf an Vitamin D über die Ernährung decken." Das allerdings ist praktisch ausgeschlossen. Von den ganz wenigen Nahrungsmitteln, in denen Vitamin D vorkommt, müssten täglich Mengen verzehrt werden, die kein Mensch bereit wäre selbst über eine kurze Zeit zu essen. Wer also zu wenig Sonne im Sommer abbekommt, dem bleibt nur das Schlucken von Vitamin D-Pillen oder die künstliche Besonnung mit ausreichend UV-B im Strahlenmix.

Sonnenstrahlen bewirken viel mehr als Vitamin D

Regelmäßig übersehen wird in Medienberichten zu Sonne und zu den Wirkungen der Sonnenstrahlen - wenn denn überhaupt die positiven Seiten der Sonne erwähnt werden - die vielfältigen Wirkungen des gesamten Strahlenspektrums der Sonne auf das menschliche Wohlbefinden, weit über die Vitamin D-Bildung hinaus. Die Medizin macht sich in Gestalt der Heliotherapie  viele dieser Wirkweisen zunutze.

Fazit: Sowohl zur ausreichenden Versorgung mit Vitamin D als auch zur Nutzung der gesamten Gesundheitswirkungen der Sonne empfiehlt es sich, vor allem im Frühjahr und Sommer jede Gelegenheit zu nutzen und sich möglichst regelmäßig an der Sonne aufzuhalten - ohne sich je einen Sonnenbrand einzufangen.

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