Ohrfeige für den SPIEGEL - Deutscher Presserat: Falschaussage im Beitrag über Sonnenbänke

26.01.2014 14:19:00 von Leopold Bergmann

Presserat mahnt SPIEGEL
Ente im SPIEGEL -Foto: PeterFranz/pixelio

Das vergleichsweise schlechte Image der Solarien in der Vergangenheit verführt immer noch Journalisten dazu, statt die Ergebnisse ihrer Recherche lieber gleich ihre angestauten Vorurteile und umlaufende Gerüchte zu kolportieren.

Dass so etwas auch einem als seriös geltenden Nachrichtenmagazin wie dem SPIEGEL passieren kann, zeigt jetzt die Reaktion des "Deutschen Presserats", der "Freiwilligen Selbstkontrolle" der deutschen Presse, auf einen Artikel aus dem Jahr 2013 (SPIEGEL Ausgabe 2/2013) mit der genüsslich gruseligen Überschrift: "Licht des Todes". Wie die Überschrift, so der gesamte Artikel: eine ebenso ungezügelte wie uninformierte Polemik gegen die künstliche Besonnung.

In einem einstimmmigen Votum verabschiedeten die Mitglieder des Presserats einen "Hinweis" an den SPIEGEL auf die nachweislich falschen Tatsachenbehauptungen in dem Beitrag. Der SPIEGEL konnte eine ausdrückliche "Rüge" nur vermeiden durch das Eingeständnis sachlicher Fehler und deren Korrektur zumindest in der Online-Fassung des Beitrags. Die polemischen Wertungen des Autors wurden nicht moniert, sie sind von der Pressefreiheit gedeckt.

Erfolgreich beschwert hatte sich nach der Veröffentlichung des Beitrags der "Bundesverband Besonnung e.V". Moniert wurde vor allem die Falschaussage im Artikel: ""Schon jeder weitere Besuch im Sonnenstudio steigert das Risiko um rund zwei Prozent." Die Formulierung in einer - wissenschaftlich durchaus umstrittenen - Studie, auf die sich der Autor dabei angeblich stützte, hatte in Wahrheit von einer Steigerung des Risikos bei jedem zusätzlichen Jahr, nicht Mal, der Solarien-Nutzung gesprochen.

Quelle: Pressemeldung des BfB

 

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